Presskraft-Rechner für Abkantpressen
Kraft beim freien Biegen aus Werkstoff, Dicke, Matrizenöffnung und Biegelänge — in kN und Tonnen
Die Kraft beim freien Biegen hängt von vier Größen ab: Zugfestigkeit des Werkstoffs, Quadrat der Blechdicke, Matrizenöffnung und Biegelänge. Die Dicke geht quadratisch ein — von 2 auf 4 mm vervierfacht sich die nötige Presskraft. Deshalb ist die Pressenkapazität schneller erschöpft, als die Intuition vermuten lässt.
Dieser Rechner nutzt die Standardformel F = 1,42 × Rm × t² / V und ergänzt die Praxiswerte: empfohlene Matrizenöffnung (8×t-Regel), resultierender Innenradius (≈ V/6,4), minimale Schenkellänge auf dieser Matrize (≈ 0,7 × V) und 20 % Sicherheitszuschlag für die empfohlene Pressengröße.
Faustregeln: Edelstahl braucht etwa das 1,6-fache von Baustahl; weiches Aluminium etwa die Hälfte. Eine schmalere Matrize verkleinert den Innenradius, erhöht aber Kraft und Abdrücke; eine breitere wirkt umgekehrt. Im Zweifel V = 8 × Dicke wählen und die Schenkelmindestlänge prüfen.
Häufig gestellte Fragen
Wie berechnet man die Presskraft?
Freies Biegen: F (kN/m) = 1,42 × Zugfestigkeit (N/mm²) × Dicke² (mm) / Matrizenöffnung (mm). Mit der Biegelänge in Metern multiplizieren, durch 9,81 teilen für Tonnen. Beispiel: 2 mm Baustahl (420 N/mm²) auf 16-mm-Matrize = 149 kN/m ≈ 15,2 t pro Meter.
Welche Matrizenöffnung wählen?
Standard ist V = 8 × Blechdicke bis ca. 6 mm (10–12× bei dickerem Blech). Größeres V senkt die Kraft und vergrößert den Innenradius; kleineres V umgekehrt, mit Rissgefahr und höherem Kraftbedarf.
Wie viel mehr Kraft braucht Edelstahl?
Etwa 50–70 % mehr als Baustahl bei gleicher Dicke und Matrize, proportional zur höheren Zugfestigkeit (~680 vs. ~420 N/mm²). Aluminium braucht etwa die Hälfte von Baustahl.
Gilt das auch für Prägen und Kalibrieren?
Nein — die Formel gilt für freies Biegen. Prägen braucht etwa das 3–5-fache, Kalibrieren das 5–8-fache. Entsprechend multiplizieren und Pressen- und Werkzeugbelastung prüfen.